Fünfter Saisonsieg für Jeremy Seewer

Zu Runde 16 der Motocross-Weltmeisterschaft 2017 gastierten Teams und Fahrer auf der Naturrennstrecke im schwedischen Uddevalla. Wechselhaftes Wetter und der rutschige Untergrund machten das Rennen im hohen Norden zu einer schwierigen Angelegenheit für Mensch und Material.

Jeremy Seewer kam jedoch das ganze Wochenende über glänzend mit der Strecke und den äußeren Bedingungen klar und demonstrierte bereits mit dem zweiten Rang im Qualifikationsrennen am Samstag seine Entschlossenheit. Der Start ins erste Rennen am Sonntag klappte gut und der Schweizer reihte sich zunächst auf dem dritten Rang ins Feld ein.

„Leider ist mir dann ein kleiner Fehler unterlaufen, der mich ein paar Sekunden gekostet hat“, ärgerte sich Seewer später über die rennentscheidende Situation. „Genau diese Sekunden haben mir am Ende gefehlt, als ich ganz knapp hinter Jorge Prado auf dem zweiten Platz ins Ziel kam. Ansonsten hätte ich zumindest noch einen Angriff starten können.“

Auch im zweiten Durchgang kam Seewer glänzend ins Rennen und setzte sich, gefolgt von seinem Teamkameraden Hunter Lawrence, schon früh an die Spitze. Das Suzuki Duo führte das Feld lange gemeinsam an, ehe sich Thomas Covington mit einer Aktion in der letzten Kurve durchsetzen und mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich fünf Zehntelsekunden gewinnen konnte.

„Freilich ärgere ich mich total, dass ich mir in der letzten Kurve den Sieg habe wegschnappen lassen“, räumte Seewer am Abend ein. „Aber ich habe zum Ende hin ein paar kleine Fehler gemacht und so konnte es dazu kommen. Trotzdem freue ich mich, den fünften Grand Prix in diesem Jahr gewonnen zu haben. Ich konnte ein paar Punkte im WM-Kampf gutmachen und gebe nicht auf! Sicher wird es mit nur noch drei ausstehenden Veranstaltung sehr schwer, aber noch ist nichts entschieden.“

Lawrence musste schon einige Runden vor Ende des zweiten Durchgangs zu Boden und verlor dabei mehrere Plätze. „Bereits im ersten Lauf war ich gestürzt, nachdem ein anderer Fahrer in mein Heck gekracht war“, ärgerte sich der Australier. „Deshalb war es natürlich besonders ärgerlich, dass ich im zweiten Rennen erneut zu Boden musste. Aber wenigstens konnte ich zeigen, dass mein Tempo passt. Jetzt muss ich nur noch alle Puzzle-Teile richtig zusammenfügen, dann werden auch die Ergebnisse besser.“

Zach Pichon (Team Suzuki World MX2) feierte in Schweden seinen Einstand in die MX2-Weltmeisterschaft. Der Franzose startet normalerweise in der Europameisterschaft EMX250 und nutzte die Gelegenheit um erste WM-Erfahrung zu sammeln. Der 16-Jährige zeigte ein gutes Tempo, wurde jedoch nicht von Stürzen verschont und musste sich mit den Rängen 30 und 31 zufrieden geben.

In der MXGP-Klasse gelang Arminas Jasikonis (Suzuki World MXGP) in beiden Rennen der Sprung in die Top Ten. Der Litauer hatte zwar keine guten Starts, konnte sich jedoch in beiden Wertungsläufen weit nach vorne verbessern. „Im zweiten Rennen gelangen mir einige gute Überholmanöver und ich lag schon auf dem sechsten Rang, aber dann haben mich ein paar Flüchtigkeitsfehler wieder auf Platz 9 zurück geworfen“, schilderte Jasikonis den Rennverlauf aus seiner Sicht. „Im ersten Durchgang lief es fast genauso. Aber insgesamt betrachtet bin ich nicht schlecht gefahren und kann mit einem guten Gefühl in die USA fliegen.“

Teamkollege Kevin Strijbos verletzte sich schon in der ersten Runde des ersten Rennens am linken Bein und musste frühzeitig die Segel streichen. „Ich habe mir das Bein unter meiner eigenen Fußraste eingeklemmt und hatte schlimme Schmerzen“, so der Belgier. „Ich konnte nicht darauf stehen und hatte Angst, dass es gebrochen sein könnte.“ Diese Vermutung sollte sich glücklicherweise nicht bestätigen und Strijbos trat tapfer zum zweiten Rennen an. Trotz dem Handicap markierte er noch die drittschnellste Rundenzeit, musste sich aber aufgrund der Schmerzen letztendlich mit Rang 13 zufrieden geben.

Der nächste Grand Prix findet am 3. September in Jacksonville/USA statt.

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