Interview WMX Frankenbach – Jeffrey Meurs

Interview mit Jeffrey Meurs www.mccfrankenbach.de

Jeffrey Meurs, 26, startete die vergangenen beiden Wochenenden beim US-Supercross – und wird am Sonntag in Frankenbach antreten.

Q: Seit wann bist Du wieder im Lande?
A: Ich bin am Dienstag um 14 Uhr in Amsterdam gelandet. Doch bei der Rückfahrt blieb mein Auto liegen. Ich musste bei einem Freund in Holland übernachten, bekam am Mittwochmorgen einen Leihwagen und bin nun 27 Stunden später in Heilbronn eingetrudelt.

Jeffrey hier beim Spass haben in den USA
(Bild: Tanita Reinecke)


Q:
Du hast die US-Supercross-Läufe in Atlanta und in Daytona bestritten. Wie kommt man auf solch eine Idee?
A: Bei der ADAC-SX-Serie habe ich Ricky Renner, einen amerikanischen Profi-Crosser kennengelernt. Er wohnt in Tampa/Florida und hat mich ermuntert, mal in den USA Supercross zu fahren. So was muss einem nicht zwei Mal gesagt werden.

Q: Und woher hast Du ein Motorrad erhalten?
A: Das war sozusagen ein All-inclusive-Paket von Ricky. Wir (Anm: Jeffreys Freundin Tanita Reinecke war auch dabei) haben bei ihm übernachtet, er hat mir ein Motorrad ausgeliehen und sogar seinen Pickup. Unglaublich.

Q: Und dann bist Du nach Atlanta zum ersten Rennen gefahren.
A: Stimmt. Das sind 7 Autostunden von Tampa.

In den USA ist halt alles größer: die Zugmaschinen der
der Team Trucks, als auch…  (Bild: Tanita Reinecke)

Q: Beim US-Supercross fahren die besten Piloten der Welt. Kann man da einfach aufschlagen, sagen, hier bin ich, und fahren?
A: Natürlich nicht. Die amerikanischen Neulinge müssen sich über die Arenacross-Rennen qualifizieren. Meine Qualifikation ging über die WM. 2010 habe ich beim WM-Lauf in Holland in der MX2-Klasse Punkte geholt. Mit diesem Ergebnis konnte ich eine WM-Veran­staltungs­lizenz lösen, die beim US-Super­cross startberechtigt. Die Serie hat ja auch WM-Status.

… die Arenen. Mit den Zuschauerzahlen können die in
den USA aber trotzdem nicht mit Frankenbach
mithalten!   (Bild: Tanita Reinecke)

Q: Und Du hast Dich gleich für das Abendprogramm qualifiziert.
A: Ja, die Top-40 des Zeittrainings sind für die Hauptrennen qualifiziert. Ich war Platz 38. Natürlich hat es nicht ins Finale gereicht, aber das habe ich auch nicht erwartet.

Q: Wie war der Eindruck von dem großen Stadion, den 45 000 Fans und überhaupt von der Supercross-Glitzerwelt?
A: Das war wohl auch ein Grund, dass ich in den Rennen schwächer als im Zeittraining war. Ich war völlig überwältigt von den neuen Eindrücken, der Präsentation mit Nationalhymne und der ganzen Show. Dabei habe ich ehrlich gesagt, das Rennen fahren vergessen (lacht).

Q: Sind die Strecken für einen Europäer nicht zu schwer?
A: Nein, sie sind vor allem länger und schneller. Doch die Sprünge sind ähnlich dimensioniert wie in Europa, das Waschbrett in Atlanta war sogar leichter als beim ADAC-SX-Cup. Klar, die Top-Fahrer kombinieren die Sprünge anders, springen drei- statt zweifach und fahren superpräzise. Aber insgesamt habe ich mir das extremer vorgestellt.

Q: Daytona war aber anspruchsvoller, oder?
A: Die Strecke ist keine typische Supercross-Anlage sondern eine Mischung aus Out- und Indoor-Piste. Es fuhren sich viele Spuren heraus. Leider hatte ich die einzige Quali-Gruppe, vor der die Piste nicht geschoben wurde. Die Zeiten werden aber gruppenübergreifend gewertet, so dass es nicht für die Top-40 gereicht hat.

Q: Hast Du auch Ken Roczen getroffen?
A: Wir haben uns nur aus der Ferne zugewunken, gesprochen habe ich nicht mit ihm. Er wird von Fans und den Medien regelrecht belagert. Da wollte ich nicht auch noch stören.

Q: Trotzdem bereust Du den US-Trip nicht, oder?
A: Auf keinen Fall. Das war ein außergewöhnliches Erlebnis. Nicht nur die Rennen sondern auch die Trainingsstrecken. Einmal haben wir auf einer Strecke trainiert, die normalerweise 50 $ Gebühr kostet. Der Betreiber hat uns aber kein Geld verlangt, da die Piste wie er sagte, sehr ausgefahren sei. Ich kann nur sagen: Die war besser im Zustand als jede Strecke, die ich in Europa gefahren bin.

Jeffrey (#941) beim letztjährigen WMX. Die Meute hat
ganz schön Druck gemacht.


Q:
Stichwort Geld. Darf man fragen, wie teuer der Supercross-Ausflug war?
A: Etwa 3000 Euro.

Q: Am Wochenende endet der Traum. Du bist zurück im wirklichen Leben, zurück beim Wintercross.
A: Das böse Erwachen gibt´s in Frankenbach bestimmt nicht. Zumindest was die Strecke angeht. Allerdings drängt die Zeit, mein Motorrad vorzubereiten. Da muss noch Einiges geschraubt werden. Gabel und Federbein werden erst am Samstag angeliefert.

Q: Und Deine Prognose?
A: Superfinale muss sein. Und dort ein Platz unter den Top-15.

Advertisements