Rennbericht Winter Motocross Frankenbach

Kein Glück beim Heimrennen

Das Winter Motocross in Frankenbach verlief für das Team Suzuki Reinecke alles andere als geplant. Dank des Wetter-Gottes regnete es die letzten Woche nicht und der kurze Regen am Freitag und Samstag änderte auch nichts mehr an den harten und teils staubigen Bodenverhältnissen.

Jeffrey Meurs verbindet mit dem Wochenende nichts als Pech. Nach einem noch okay verlaufenem Quali auf Platz 17, wollten die beiden Wertungsläufe einfach nicht klappen. Nachdem am Start zum ersten Lauf einer vor ihm stürzte und er dadurch zu stehen kam, fuhr im ein anderer noch hinten ins Bike und sorgte so für einen kompletten Stopp bis der Vordermann wieder auf dem Bike war. Als er das Rennen wieder aufgenommen hatte kämpfte er sich durchs Feld um am Ende dann durch eine unsportliche Aktion eines Mitstreiters mit einem krummen Vorderrad und beschädigten Krümmer die Strecke vorzeitig zu verlassen. Im zweiten Lauf sollte es nicht anders kommen. Am Start passierte wieder ein Crash mit Meurs mitten drin. Nachdem er wieder von ganz hinten starten musste reichte es am Ende nur noch für Platz 24.

Der jüngste im Team, Nick Hein, hatte am Wochenende seine Premiere bei einem internationalen Rennen. Im ersten Lauf der 85ccm-Klasse stürzte ein Fahrer vor Ihm und Nick hatte keine Chance auszuweichen. Von hinten gestartet versuchte er wieder in seinen Rhythmus rein zukommen und beendete den ersten lauf auf Platz 33. Im zweiten Lauf fiel das Startgatter und Hein war mitten drin. Nach der ersten Kurve fand er sich auf Platz 19 und fuhr das Tempo locker mit. Nach einem strauchler kurz vor Schluss reicht es ihm auf Platz 21 und somit zu einem gelungenen ersten Winter Motocross.

In der Youngster Cup Klasse gab es nach schwieriger Qualifikationen 3 Fahrer im B-Finale. Als das Gatter fiel hatten Thomas Martel und Cino Peter die Nase vorne und reihten sich unter den Top 10 ein. Marcel Ranger hatte Pech am Start und musste von Platz 24 ins Rennen starten. Das Rennen beendete Thomas Martel auf einem guten 9. Platz, Cino Peter knapp dahinter auf Platz 10 und Marcel Ranger schaffte es in der kurzen Renndistanz auch noch weiter nach vorne auf Platz 17.

Highlights aus dem AB-Racing Team by Suzuki Reinecke: Nach einem Sturz von Hansen im hinteren Teil der Strecke sollte der Tag nicht mehr mit einem guten Ergebnis klappen und mit Schmerzen kämpfte er sich im ersten Wertungslauf auf Platz 25 und im zweiten Wertungslauf auf Platz 22. Nils Gehrke fuhr in der Youngster Klasse zwei Super Rennen und beendete diese auf dem Platz 12 und 9. Somit hatte er sein gesetztes Ziel in den Top 10 zu landen erreicht. In der Gesamtwertung liegt er auf Platz 9.

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Saisonstart auf der Heimstrecke

Das Team Su­zu­ki Rei­ne­cke hat sei­nen Sitz nur zwei Mi­nu­ten von der Stre­cke in Fran­ken­bach ent­fernt und ist beim Heim­ren­nen im­mer stark en­ga­giert. Wäh­rend Jeffrey Meurs das Ren­nen in Fran­ken­bach als Vor­be­rei­tungs­ren­nen für die ADAC MX Mas­ters-​Sai­son sieht, ist es für den 85er Fah­rer Nick Hein ein Hin­ein­schnup­pern in die Welt der Gro­ßen. Der jüngs­te Fah­rer im Team freut sich rie­sig da­bei zu sein und ein­mal das Win­ter-​Mo­to­cross mit­er­le­ben zu kön­nen.

Jeffrey Meurs

Jeffrey Meurs

In der Youngs­ter Cup Klas­se ist das Team Rei­ne­cke mit lo­ka­len jun­gen Ta­len­ten ver­tre­ten. Tho­mas Mar­tel und Ci­no Pe­ter sind bei­de Mit­glied im MCC Fran­ken­bach und ha­ben schon vie­le Ama­teur­ren­nen auf der Stre­cke be­stritten. Al­le drei ha­ben über den Win­ter ei­nen gro­ßen Schritt nach vor­ne ge­macht und hof­fen ei­nen gu­ten Sai­son­start hin zu le­gen.

Als High­light im neu­en Jahr hat das Team Su­zu­ki Rei­ne­cke die Zu­sam­men­ar­beit mit AB-​Ra­cing ver­tieft und wird mit ins­ge­samt zehn Fah­rern ver­tre­ten sein. Für AB-​Ra­cing ge­hen in der Youngs­ter Klas­se Mat­thi­as Gry­ning (Dä­ne­mark) und der deut­sche Nils Gehr­ke an den Start. Gehr­ke, der noch ver­let­zungs­be­dingt bis De­zem­ber Pau­se ma­chen muss­te, hat sich als Ziel die Top 10 ge­setzt.

In der Mas­ters Klas­se star­ten Ni­co­lai Han­sen, Sa­scha Wen­zel und Ger­rit Knip­prath für das AB-​Ra­cing by Su­zu­ki Rei­ne­cke Team. Han­sen wird auch in den ADAC MX Mas­ters sein bes­tes für das Team ge­ben und er­war­tet ei­ne Top 10 Plat­zie­rung. Wen­zel und Knip­prath sind als ei­ne der we­ni­gen deut­schen in der gro­ßen Klas­se am Start. Für die bei­den ist Mo­to­cross die gro­ße Lei­den­schaft und ne­ben der Ar­beit wird je­de freie Se­kun­de für den Sport ge­nutzt. „Beim Win­ter-​Mo­to­cross geht es da drum ein­mal rein­zu­schnup­pern und zu schau­en wo man im Feld steht. Ich freue mich rie­sig auf die kom­men­de Sai­son und den Sai­son­start auf der Stre­cke des MCC,“ so Knip­prath.

Das Win­ter Mo­to­cross fin­det am 23. März auf der Stre­cke in Heil­bronn-​Fran­ken­bach statt. Mehr In­fos: www.mcc­fran­ken­bach.de

WMX Frankenbach – Interview mit Uli Reinecke

Interview mit Uli Reinecke, dem Verantwortlichen für die Fahrer-Verpflichtung des Winter-Cross
Q: Wann fangen Sie mit der Zusammenstellung des Fahrerfelds an? Das heißt, zu welchem Zeitpunkt beginnen Sie, die Fahrer anzusprechen?
A: Die ersten Teams sprechen wir, das sind mein Clubkollege Jürgen Kaiser und ich, beim Supercross in Stuttgart, also Mitte November an.Q: Sie sprechen nur mit den Teams?
A: Zuerst versuche ich ganze Teams zu verpflichten. Wenn das nicht gelingt, spreche ich die Fahrer individuell an.Q: Wonach wählen Sie die Fahrer aus?
A: Der internationale Tourplan der Motocross-Szene macht es uns inzwischen leider nahezu unmöglich die ganz großen Stars für das Winter-Motocross zu verpflichten. Dieses Jahr fanden mit Katar und Thailand bereits zwei WM-Läufe vor unserem Rennen statt. Diese WM-Fahrer sind für unser Rennen nicht mehr greifbar.

Q: Konnten Sie dennoch namhafte Piloten verpflichten?
A: Ja klar, weil der WM-Einstieg mittlerweile sehr kompliziert ist, gibt es viele gute Fahrer auf dem Markt, die für uns in Frage kommen. Wir haben für das Winter-Cross am kommenden Sonntag den MX3-Weltmeister von 2012, Matthias Walkner engagiert, den MX-Masters-Sieger Dennis Ullrich, Boris Maillard, Filip Neugebauer und Dominique Thury von der Kawasaki-Pfeil-Truppe. Es können bestimmt zehn Fahrer gewinnen, so dicht liegt das Leistungsniveau beisammen.

Uli Reinecke ist lange vor dem Winter-Motocross auf
der Jagd nach den Stars der Szene

Q: Und mit jedem einzelnen Starter der drei Klassen muss verhandelt werden?
A: Nein, die MX2- und die 85er-Klasse füllt sich von alleine. Da herrscht Andrang ohne Ende. Ich kümmere mich nur um die MX Open. Und selbst dort meldet die Hälfte des Starterfelds ohne unser Zutun.

Q: Und wie entscheidend sind die Start- und Preisgelder?
A: Klar, die Frage nach dem Startgeld kommt als erste. Aber nicht bei allen. Zu vielen Fahrern oder Teams haben wir im Lauf der Jahre ein sehr partnerschaftliches Verhältnis. Wir können uns auf sie verlassen und sie auf uns.

Q: Welche Meinung kursiert bei den Piloten über das Winter-Cross?
A: Viele wundern sich, wie man auf so einem kleinen Platz, eine Strecke unterbringen kann. Manche finden die Piste zu eng. Auf der anderen Seite schätzen uns alle Piloten als sehr professionelle Veranstalter. Die spüren, dass wir das Winter-Cross mit Herzblut organisieren.

Q: Sie sind als Besitzer des Team Suzuki Reinecke zum einen nah an der Szene dran, zum anderen sind Sie aber auch Konkurrent der Teams, die Sie verpflichten. Besteht da nicht ein Interessenkonflikt?
A: Eigentlich schon. Insofern bin ich eigentlich der ungeeignetste Mensch für diesen Job. (lacht) Doch die Kollegen wissen das eine vom anderen zu trennen. Und letztlich haben wir jedes Jahr ein attraktives Starterfeld in Frankenbach. Und das ist es, was zählt.